Zusammenfassung zur Transcimbrica 2020

Ergebnisse und Streckenbeschreibung

Transcimbrica 2020 - viel härter als erwartet!!

Hamburg – Skagen – Hamburg
Länge – gemessen: 1370 km
Gravelanteil – Update: ca. 310 km
Höhenmeter: 4000

Zusammenfassung

Ich habe die Transcimbrica erfolgreich beendet. 1370 km von Hamburg nach Skagen, an der Nordspitze Dänemarks, und zurück in 112 Stunden (in 4 Tagen und 18 h). 

Wind, Kälte, Sonnenschein und Regen auf dem Rad ein Kraftakt ganz zu Beginn der Radsaison. Eine Herausforderung, insbesondere für die Psyche, angesichts des nicht enden wollenden Gegenwinds, der nicht nur meine Zeitplanung über den Haufen geblasen hat. Gleichzeitig war es die erfolgreiche Jungfernfahrt mit meinem neuen Gravel-Bike, das mich sicher und pannenfrei durch alle Herausforderungen getragen hat.

Von knapp 70 StarterInnen haben 32 das Ziel auf dem Rad erreicht, was einerseits zeigt, dass die Bewältigung der Strecke nicht so ganz einfach ist, selbst ohne Zeitlimit. Zum anderen zeigt es auch, dass die Wetterbedingungen dieses Jahr vergleichsweise super waren was ich irgendwie nicht ganz so wahrgenommen habe 😉

7 der gestarteten FahrerInnen waren schneller als ich, in diesem No-Race Event. Herzliche Gratulation an ALLE, die sich getraut haben teilzunehmen und besonders auch an die, die in Ziel gekommen sind!

 

Meine Streckenaufteilung

Ich bin die Strecke in 3 recht ungleichen Etappen gefahren. Das war ungeplant, es hat sich unterwegs so ergeben und war sicherlich suboptimal für eine möglichst schnelle Endzeit.

Die ersten 740 km habe ich quasi am Stück zurückgelegt und Skagen nach knapp 43 h  Treten erreicht. Dabei hatte ich nur 5 Stunden Standzeit, darunter eine 1,5 h ungeplante Schlafpause in einer zugigen Bushaltestelle, bis ich nach gut 27 h Nonstop in Skagen völlig außer Kräften war. Es ging nicht mehr weiter.

440 km gegen den Wind im Regen

Nach einem 14-Stundenstop in einem Hotel ging es frisch mit Frühstück gestärkt auf die 630 km Rückweg, die ich ebenfalls in einem Zug fahren wollte. Allerdings hat mir an diesem 4. Tag der Wind einen Strich durch die Rechnung gemacht: Nach knapp 30 Stunden und nur 440 km in vollem Gegenwind und strömenden Regen, war in Flensburg klar, dass ich vor den verbleibenden 10+ Stunden bis nach Hamburg in meinem desolaten Zustand zu viel waren, um sie noch ohne Pause durchzufahren.

So habe ich  nochmals eine längere Hotelpause eingelegt, bevor es dann am nächsten Morgen die letzten 180 km zurück nach Hamburg im Tiefflug hinter mich gebracht habe.

Insgesamt war ich 74 Stunden Nettofahrzeit im Sattel. Während dieser Fahrzeit hatte ich in Summe nur 11 Stunden Standzeit, dazu  kamen zwei luxuriöse Hotelstops von 14,5 und 12,5 Stunden. Das war alles nicht so geplant und ich habe eine Menge dabei gelernt.

Die Strecke – Daten und Landschaft der Transcimbrica

Die Transcimbrica-Auflage 2020 hatte 1370 km mit rund 4000 Höhenmetern, wobei der höchste Punkt nur 120 m über dem Meer liegt. Dabei sind (nach Komoot) mindestens 310 km auf nicht asphaltierten Straßen gefühlt war der Gravelanteil deutlich höher.

Dänemarks tolle Radwege

Der weitaus größte Teil der Strecke ist autofrei und führte über lange Strecken auf dem dänischen Fern-Radwegenetz durch einsame, sehr abwechslungsreiche Landschaften: Deichlandschaften, ausgedehnte Dünen, weite Wälder, Acker- und Weideland wechseln sich ab. Ich war positiv überrascht über die grandiose Natur entlang der Strecke und die gut ausgebauten und gut beschilderten Radwege. Da kann Deutschland nur davon träumen und sich einiges abschauen.

Die Strecke ist an die Fernradwege EuroVelo 3 ( http://cycling.waymarkedtrails.org/de/relation/1911568 ) und  EuroVelo 12 (http://cycling.waymarkedtrails.org/de/relation/1788296 ) angelehnt. Der jeweils verbindliche Track wird jeweils kurz vor dem Start zur Verfügung gestellt.

Ausblick

Für Interessierte folgt noch ein detaillierter Erlebnisbericht und Beitrag mit  Tipps und Tricks für die Transcimbrica, mit Überlegungen, was ich nächstes Mal anders machen würde und einer zu meine Packliste – Lessons learnt 🙂

Fazit

  • Sight Seeing – Dänemark hat mich überrascht! 90% 90%
  • Essen – Abwechslung 10% 10%
  • Radwege – Super gut!! 95% 95%
  • Extreme Wetterbedingungen – besser als gedacht 70% 70%